Am heutigen Tage hat die Schwurgerichtskammer des Landgerichts Magdeburg nach 41 Hauptverhandlungstagen das Urteil gegen den Amokfahrer Taleb A. verkündet. Er wurde unter anderem wegen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt, die besondere Schwere der Schuld wurde festgestellt. Außerdem ordnete das Gericht den Vorbehalt der Sicherungsverwahrung an.
Gemeinsam mit dem Kollegen Werner Siebers habe ich die Mutter des getöteten 9-jährigen André G. im Rahmen der Nebenklage vertreten, die uns bat, diese, von ihr verfasste Pressemitteilung zu veröffentlichen:
P r e s s e e r k l ä r u n g
Heute wurde das Urteil gesprochen.
Wir respektieren die Entscheidung des Gerichts. Für uns bleibt jedoch die Gewissheit, dass kein Urteil der Welt unseren Sohn André zurückbringen kann.
André war neun Jahre alt. Er war ein fröhlicher, aufgeweckter und neugieriger kleiner Junge, stets höflich und voller Lebensfreude. Er liebte Darth Vader und hatte sein ganzes Leben noch vor sich.
Heute denken wir nicht nur an André, sondern auch an Jutta, Kathleen, Rita, Nadine und Birgit. Hinter jedem dieser Namen steht ein geliebter Mensch, der schmerzlich vermisst wird.
Wir wünschen uns, dass die Menschen heute nicht nur auf das Urteil oder den Täter schauen, sondern auf die Opfer und ihre Familien. Wir wünschen uns, dass die Namen der Opfer länger in Erinnerung bleiben als der Name des Täters.
In den vergangenen Monaten haben wir viele Betroffene, Angehörige und Ersthelfer kennengelernt. Aus gemeinsamem Leid sind Kontakte und Freundschaften entstanden. Dafür sind wir dankbar. Gleichzeitig hätten wir auf all diese Begegnungen lieber verzichtet und dafür unsere Liebsten noch bei uns.
André fehlt seinen vier Geschwistern und er fehlt uns jeden einzelnen Tag.
Mehr möchten wir heute nicht sagen. Wir bitten um Respekt für unsere Trauer und unsere Privatsphäre.
Danke.
