Rechtsanwalt Martin Voß LL.M. Fachanwalt für Strafrecht Braunschweig

Das Verkehrsstrafrecht umfasst Straftaten, die mit Bezug zum Verkehr auf öffentlichen Straßen begangen werden. Umfasst werden besonders schwerwiegende Verkehrsverstöße.

Schutzzweck des Verkehrsrechts ist die Sicherheit im Verkehr

Jeder Verkehrsverstoß stellt eine Ordnungswidrigkeit dar und kann mit einem Bußgeld geahndet werden. Ist der Verstoß gegen das Verkehrsrecht jedoch schwerwiegender, greifen die strafrechtlichen Vorschriften aus dem Strafgesetzbuch und dem Pflichtversicherungsgesetz.

Die wichtigsten Verkehrsstraftatbestände sind:

  • Fahrerflucht, § 142 StGB
  • Trunkenheit im Verkehr, § 316 StGB
  • Gefährdung des Straßenverkehrs, § 315c StGB
  • ggf. Vollrausch, § 323a StGB
  • Fahren ohne Fahrerlaubnis, § 21 StVG
  • Nötigung, § 240 StGB
  • Kennzeichenmissbrauch, § 22 StVG
  • Fahren ohne Pflichtversicherungsschutz, § 6 PflVersG

Daneben kommt bei einem Personenschaden durch einen Unfall häufig noch der Straftatbestand der fahrlässigen Körperverletzung gemäß § 229 StGB hinzu.

Doch nicht nur wer einen Verkehrsverstoß mit einem Kraftfahrzeug begeht, kann nach den oben genannten Vorschriften belangt werden. Auch wer mit einem Fahrrad unterwegs ist, gilt als Verkehrsteilnehmer und kann bei Verstößen nach dem Verkehrsstrafrecht verurteilt werden. So kann auch ein Fahrradfahrer bei einer starken Alkoholisierung wegen Trunkenheit im Verkehr belangt werden.

Führerscheinentzug schon bei der ersten Straftat möglich

Wichtig zu wissen ist insbesondere, dass neben dem Ausspruch einer Strafe, in der Regel eine Geldstrafe oder eine Freiheitsstrafe auf Bewährung, auch der Führerschein bereits bei der ersten Verurteilung entzogen werden kann. Dies gilt sowohl für den Täter, der mit einem Kraftfahrzeug unterwegs ist, wie auch für den Fahrradfahrer. Der Verlust der Fahrerlaubnis ist besonders für Berufspendler nur sehr schwer zu verkraften und kann sogar den Arbeitsplatz gefährden.

Beweise bei Verkehrsdelikten

Die Beweislage ist häufig recht dünn, da in der Regel objektive Beweise fehlen. Meistens stehen nur Unfallzeugen, die das Geschehen am Rande mitbekommen haben, zur Verfügung. Es gilt daher die Schilderungen der Zeugen kritisch nachzufragen und zu überprüfen. Die Erfahrung zeigt, dass sich Zeugen selten an den genauen Geschehensablauf erinnern und diese Lücke mit vorherigen Erinnerungen füllen, sodass eine verfälsche Wahrnehmung geschildert wird.

Deshalb ist es besonders wichtig, dass frühzeitig ein spezialisierter Anwalt eingeschaltet wird. Aufgrund der Erfahrungswerte ist es für einen Anwalt einfacher, die Schilderungen der Zeugen kritisch zu hinterfragen und eine unnötige Verurteilung zu verhindern.